Abraham-Karawane| Details

Sarajevo, Bosnien-Herzegowina (mehr s.u.)

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Pressemitteilung von Rudi Löffelsend:

„Das Rad Engel der Kulturen möge ewig rollen“

Sarajevos Oberbürgermeister würdigte die Verbindung der Kulturhauptstädte

Drei Tage liegen hinter der Karawanen-Mannschaft aus dem Ruhrgebiet, die prall gefüllt waren mit Erlebnissen, die nicht so schnell vergessen werden. Sarajevo, die multireligiöse Stadt, auch das „Jerusalem Europas“ genannt, jahrhundertelang Heimat für Christen, Juden und Muslime, beginnt nach dem Balkankrieg wieder, seinem Namen gerecht zu werden.
Am 9 Mai, der Europatag in Bosnien-Herzegowina, wurde in einer beeindruckenden Zeremonie ein Denkmal für die im Balkankrieg getöteten über 1000 Kinder enthüllt. Bewegende Szenen spielten sich ab, als die Mütter und Väter die Namen ihrer Kinder wiederfanden. Direkt im Abschluss daran wurde vor der römisch-katholischen Kathedrale von Sarajevo das Symbol „Engel der Kulturen“, ein Rad aus Stahl, das die drei Symbole des Judentums, Christentums und des Islam in sich vereinigt, aufgestellt. Der Oberbürgermeister von Sarajevo Prof. Dr. Alija Behmen und sein Stellvertreter sowie die Vertreter der Religionsgemeinschaften der Stadt bedankten sich, dass die Abraham-Karawane auf ihrem Weg durch die drei Kulturhauptstädte Europas 2010 auch nach Sarajevo gekommen sei. Behmen fand es besonders beindruckend, das genau an diesem denkwürdigen Tag dieses Symbol der Gemeinsamkeiten und des Dialogs zwischen den Religionen in seiner Stadt ist.
Dann rollte das Rad durch die Altstadt von Sarajevo und verband neben der Kathedrale die älteste Moschee und serbisch-orthodoxe Kirche mit der Synagoge. Jedesmal wurde ein Sandabdruck hinterlassen. Der stellvertretende Bürgermeister und die Religionsvertreter begleiteten das Rad die ganze Strecke. Vor der Synagoge wurde eine Dauerhafte Bodenintarsie gelegt, die an diesen Besuch auf alle Zukunft erinnert.
Am Tag darauf besuchte die Abraham-Karawane die Europa-Schule, die von 1.300 Schülern besucht wird, die unterschiedlichsten Religionen angehören. Auf dem Schulhof wurde der Sinn dieser Aktion erklärt und gemeinsam mit den Schülern ein Sandabdruck gelegt. Ein Besuch in der neuen Synagoge schloss sich an.
Die Karawane war nach einem mehrtägigem Aufenthalt in Pécs/Ungarn, der 2. Kulturhauptstadt, nach Tuzla in Bosnien weiter gefahren. Dort wurde auf dem ältesten Platz der Stadt im Beisein einer Abordnung der Stadtverwaltung und aller Religionsvertreter ein Sandabdruck gelegt.
Am Abend des 8. Mai begrüßte die Stadt Sarajevo die Karawane aus dem Ruhrgebiet mit einem offiziellen Empfang, bei dem auch der deutsche Botschafter, zahlreiche Stadtverordnete, Vizebürgermeister und die Leitungen der muslimischen, jüdischen und christlichen Gemeinden anwesend waren.
Der Weg der Karawane führt weiter über Kraljevo in Serbien nach Skopje in Mazedonien, Thessaloniki und Istanbul, der 3. Kulturhauptstadt Europas.